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Mutterpass, U-Heft, Impfpass: Größen und die passende Hülle

Mutterpass, U-Heft und Impfpass: wer sie ausgibt, wann welche U-Untersuchung ansteht, warum die Größen nicht gleich sind und was eine Hülle können muss.

von Mara Krapp · Veröffentlicht am 25. August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert am 27. Oktober 2026

Zwei Stoffhüllen in Salbeigrün und Naturweiß auf hellem Leinen, in einer steckt ein schmales Heft

Der Mutterpass kommt zuerst, ziemlich früh, und dann ist er acht Monate lang jeden Tag dabei. Später das gelbe U-Heft, dazu der Impfpass, und beide fahren danach jahrelang mit: Wickeltasche, Handschuhfach, Kitafach, Praxistresen.

Man merkt ihnen das an. Bei uns sah der Mutterpass nach dem zweiten Trimester aus wie ein Heft, das schon einiges hinter sich hatte, und das lag nicht an Nachlässigkeit — es liegt einfach in der Natur von Papier, das ständig irgendwo zwischen anderen Dingen steckt.

Eine Hülle ist deshalb weniger Deko als Verschleißschutz. Nur lohnt sie sich eben nur, wenn sie ein paar Sachen kann.

Die drei Hefte im Überblick

Alle drei sehen aus wie ein Heft, haben aber verschiedene Aufgaben und kommen von verschiedenen Stellen.

Der Mutterpass wird von der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder der Hebamme ausgestellt, sobald die Schwangerschaft feststeht. Darin stehen Gesundheitsdaten der Mutter, der Zustand des Kindes, der errechnete Geburtstermin und nach der Geburt Hinweise zum Wochenbett und zur Nachuntersuchung. Jede Vorsorge und jeder Ultraschall wandern dort hinein.

Das U-Heft, das gelbe Kinderuntersuchungsheft, gibt der Gemeinsame Bundesausschuss heraus. Die Eltern bekommen es nach der Geburt von der Entbindungsstation oder der Hebamme. Ärztinnen, Ärzte und auch Zahnärztinnen und Zahnärzte tragen dort ihre Befunde ein.

Der Impfpass hält fest, welche Impfungen ein Mensch bekommen hat. Seine äußere Form ist seit dem Infektionsschutzgesetz von 2001 nicht mehr vorgeschrieben, und das ist der Grund für einen Teil der Größenverwirrung weiter unten.

Wann welche U-Untersuchung ansteht

Das U-Heft begleitet das Kind von der U1 bis zur U9, und die Zeitfenster stehen beim Gemeinsamen Bundesausschuss:

  • U2: 3. bis 10. Lebenstag
  • U3: 4. bis 5. Lebenswoche
  • U4: 3. bis 4. Lebensmonat
  • U5: 6. bis 7. Lebensmonat
  • U6: 10. bis 12. Lebensmonat

Danach folgen die U7 (21. bis 24. Lebensmonat), die U7a (34. bis 36.), die U8 (46. bis 48.) und die U9 (60. bis 64. Lebensmonat). Die U1 findet direkt nach der Geburt statt. Das Heft muss also schon in den ersten Wochen einiges aushalten, und die Hülle sollte vor dem zweiten oder dritten Termin da sein.

Die drei Hefte sind unterschiedlich groß

Das ist der häufigste Grund für einen Fehlkauf, und er ist ärgerlich banal. Eine Hülle, die für alle drei gleichzeitig passt, gibt es nicht — sie säße irgendwo immer zu stramm oder zu lose.

Amtliche Maße für die drei Hefte habe ich nicht gefunden. Beim Impfpass ist das nicht überraschend: Seine Form ist nicht vorgeschrieben, also unterscheiden sich die Ausgaben. Deshalb nenne ich hier keine Zentimeterangaben, die ich nicht belegen kann. Stattdessen der Rat, der in jedem Fall funktioniert: das eigene Heft einmal kurz nachmessen, statt sich auf die Angabe in einer Anzeige zu verlassen. Und ein Heft, in dem schon Befunde und Zettel stecken, braucht deutlich mehr Platz als ein frisches.

Die Angaben, die ich belegen kann, stammen von meinen eigenen Hüllen: Die U-Heft-Hülle »Fuchs« ist eine transparente Umschlaghülle aus Weich-PVC, offen 217 × 314 mm groß und für Hefte im geschlossenen DIN-A5-Format gedacht. Die Impfpasshülle ist für den gelben Impfpass in der aktuellen Ausgabe gemacht, die Mutterpasshülle für den Mutterpass. Alle drei gibt es mit demselben Motiv, falls sie zusammen in einer Tasche liegen sollen.

Woran man merkt, ob eine Hülle taugt

Sie muss sich abwischen lassen. Das U-Heft liegt beim Kinderarzt auf dem Tresen, in der Tasche neben dem Fläschchen, im Sommer im Auto. Alles, was man nicht kurz feucht abwischen kann, sieht nach einem Jahr müde aus.

Sie darf das Heft nicht einsperren. In der Praxis wird hineingeschrieben, und zwar meistens im Stehen, zwischen Tür und Angel. Wenn man das Heft dafür jedes Mal herauspulen muss, liegt die Hülle nach drei Terminen zu Hause in der Schublade. Das ist der Punkt, an dem die meisten hübschen Hüllen scheitern.

Und sie sollte irgendwo Platz für Zettel haben. Man bekommt ständig welche mit — Befunde, Termine, Aufkleber. Eine Innentasche entscheidet darüber, ob die beim nächsten Termin noch da sind.

Zwei Dinge, die ich nicht machen würde

Laminieren. Klingt vernünftig, ist es nicht: In ein laminiertes Heft kann niemand mehr etwas eintragen, und genau dafür sind diese Hefte da.

Und zu dick gepolstert. Fühlt sich in der Hand gut an, macht das U-Heft aber so klobig, dass es in keine Seitentasche mehr passt — und dort soll es ja hin.

Ob ein Name draufgehört

Praktisch hilft er. Im Wartezimmer liegen selten nur zwei gelbe Hefte.

Ich würde trotzdem beim Vornamen bleiben. Diese Hefte liegen an vielen Stellen, an denen man selbst gerade nicht danebensteht, und der volle Name mit Geburtsdatum ist mehr Information, als so ein Heft nach außen tragen muss.

Bei mehreren Kindern finde ich unterschiedliche Motive ohnehin praktischer als Namen. Ein Motiv erkennt man aus zwei Metern, einen Namen muss man erst lesen.

So findest du die passende Hülle

  1. Das Heft in die Hand nehmen und die Höhe und Breite im geschlossenen Zustand messen, mit einem Lineal, nicht nach Gefühl.
  2. Prüfen, ob schon Zettel oder Befunde eingelegt sind. Die brauchen Platz, und eine Hülle, die nur das leere Heft knapp umfasst, wird dann zu eng.
  3. In der Produktbeschreibung nachsehen, für welches Heft die Hülle gemacht ist und welches Format sie angibt. „Passt für alle Hefte" ist selten richtig.
  4. Erst danach das Motiv aussuchen. Bei mehreren Kindern ist ein Motiv je Kind praktischer als ein Name, den man erst lesen muss.

Häufige Fragen

Passt eine U-Heft-Hülle auch auf den Mutterpass? Das lässt sich pauschal nicht sagen, weil ich für beide Hefte keine amtlichen Maße gefunden habe. Messen hilft mehr als Raten, und für den Mutterpass gibt es deshalb eine eigene Hülle.

Wer gibt das gelbe U-Heft aus? Herausgegeben wird es vom Gemeinsamen Bundesausschuss. Die Eltern bekommen es nach der Geburt von der Entbindungsstation oder der Hebamme.

Ab wann braucht man die Hülle fürs U-Heft? Sobald man das Heft hat, also in den ersten Tagen. Die U2 steht zwischen dem 3. und 10. Lebenstag an.

Darf man ein Heft laminieren? Ich würde es nicht tun, weil man danach nichts mehr eintragen kann. Die Praxis schreibt aber bei jedem Termin hinein.

Wann welche Hülle besorgen

Wenn man es sich aussuchen kann, besorgt man die Hülle für den Mutterpass, sobald man ihn bekommt, und die für U-Heft und Impfpass in den ersten Wochen. Die ersten Knicke entstehen früh, und die bekommt man nicht wieder heraus.

Wer die Hüllen verschenken möchte, packt sie am besten als Paar ein: die für den Mutterpass zur Schwangerschaft, die für U-Heft und Impfpass zur Geburt. Und weil ein Kind nach der Geburt noch mehr Kleinteile mitbringt, passt dazu mein Text darüber, wie man Milchzähne, Nabelschnur und erste Locke aufbewahrt.

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